HYPP

Hyperkaliämische Periodische Paralyse

Die Hyperkaliämische Paralyse ist eine genetisch bedingte Muskelerkrankung beim Pferd. Der Defekt geht auf den Quarter Horse Hengst „Impressive“ zurück und tritt heute vor allem in den Rassen Quarter Horse, Appaloosa und Paint Horse auf. Da es sich um eine Erbkrankheit handelt, kann dieser Defekt durch Einkreuzungen auch in andere Rassen hinein getragen werden.
Bei der Erkrankung handelt es sich um eine autosmal dominante Mutation, so dass mischerbige Tiere, also Anlageträger, die nur eine Kopie des Defektgens tragen, sehr wahrscheinlich von der Erkrankung betroffen sind und Symptome ausbilden können. Daten, die von mischerbigen Tieren gesammelt wurden, haben gezeigt, dass rund 70% dieser Tiere Symptome ausbildeten und 30% keinerlei Anzeichen einer Erkrankung zeigten.
Ein Gentest bietet die Möglichkeit, eindeutige Informationen über die genetische Veranlagung des Tieres bezüglich HYPP zu erhalten. Der Test ist vor allem immer dann ratsam, wenn irgendwo in der Zuchtlinie eine verwandtschaftliche Beziehung zum Hengst „Impressive“ besteht.

Ursache
Die Ursache dieser Erkrankung liegt in einer Punktmutation innerhalb den Gens für das Natrium-Tunnelprotein in der Membran der Muskelzelle. Dadurch wird der Natriumhaushalt der Zelle gestört, was zu unkontrollierten Muskelkontraktionen und Muskelschwäche führt. Parallel treten hohe Kaliumkonzentrationen im Blut auf.

Symptome
Die klinischen Anzeichen können zwischen verschiedenen Tieren variieren, wobei homozygote Tiere stärker betroffen sind als heterozygote Tiere.
HYPP ist gekennzeichnet von sporadischem Muskelzittern und Muskelschwäche.
Die Anfälle können von lauten Atemgeräuschen, verursacht durch Muskellähmungen der oberen und unteren Atemwege, begleitet werden. Als Folge eines unkontrollierten Kaliumaustausches in der Zelle können unvorhersehbare Lähmungserscheinungen eintreten, die in schweren Fällen durch Atem- oder Herzstillstand u.U. zum Kollaps bzw. zum plötzlichen Tod führen.

Krankheitsverlauf
Da es sich bei HYPP um einen Gendefekt handelt, ist das Tier ein Leben lang dem Risiko einer Erkrankung ausgesetzt.
Die Ursachen, warum bei einigen Tieren die Erkrankung ausbricht und bei anderen nicht und warum die Symptome z.T. sehr unterschiedlich sein können, ist derzeit noch nicht bekannt. Es gibt Beobachtungen, dass Symptome häufig bei Beginn des intensiven Trainings (im Alter von 3 bis 7 Jahren) auftreten, wobei die Anzeichen nicht während der Übungen sondern in der Ruhephase oder während der Fütterung eintreten. Andere auslösende Faktoren können Transport, Futterumstellungen oder plötzliche Erkrankungen sein. Betroffene Tiere müssen einer besonderen Diät unterzogen werden, und bei plötzlichen Auftreten der Symptome ist auf jeden Fall ein Tierarzt hinzuzuziehen.

Gentest
Der Gentest bringt 100%ige Gewißheit, ob das Tier genetisch normal, homozygoter oder heterozygoter Anlageträger ist. Über das Testergebnis wird ein Zertifikat ausgestellt, in dem der Genotyp des Tieres dargestellt ist.
Folgende Genotypen sind möglich:
NN Das Tier ist reinerbig für das Normalgen. Die Anlage für Hypp liegt nicht vor.
NH Das Tier ist mischerbig und Anlageträger für Hypp. Eine Erkrankung ist sehr wahrscheinlich. Das Defektgen kann an einen Nachkommen weiter vererbet werden.
HH Das Tier ist betroffen und reinerbig. Eine Erkrankung an HYPP ist sicher.
Quelle: www.biofocus.de

HYPP Survival Guide der AQHA