Druse

Druse gilt seit Jahrhunderten als eine ernstzunehmende infektiöse Bedrohung für Pferdebestände weltweit. Schon 1251 hat Jordanus Ruffus über Druse berichtet. Die Erkrankung wird durch Bakterien der Spezies Streptococcus equi (var. equi) verursacht und manifestiert sich vor allem als eitrige Entzündung der Lymphknoten. Vorrangig sind dabei die Lymphknoten im Kopfbereich, also die Kehlgangs- und Rachenraumlymphknoten betroffen. Abhängig der Lokalisierung der entzündeten Lymphknoten kann eine Vielfalt klinischer Symptome auftreten. Die Druse ist weder anzeige- noch meldepflichtig. Es liegen deshalb keine amtlichen Bekämpfungsvorgaben vor.

Übertragung
Kontaminierte Futterbehälter, Tränkebecken, Tränkwasser, bei engem Kontakt auch Tröpfcheninfektion oder Infektion durch verletzte Hautstellen.

Symptome & Komplikationen
Mattigkeit, Fieber um oder über 40°C; Appetitlosigkeit. Zuerst seröser (klarer) Nasenausfluss, der schnell eitrig wird, zusammen mit einer Rachenentzündung. Die Pferde halten deswegen den Kopf nach vorne weggestreckt.
Geschluckte Nahrung kommt wieder raus, da die Tiere schlecht schlucken können (schmerzhaft). Die Rachengegend ist geschwollen und druckempfindlich. Die umliegenden Lymphknoten sind geschwollen, bereits im Anfangsstadium.
Ohne Behandlung kann es zu Lymphknotenabszessen kommen, die in glücklichen Fällen komplikationslos nach aussen aufgehen ohne die Atemwege zu blockieren. Nach Öffnung der Abszesse sinkt das Fieber meist sehr rasch.

Bei der klassischen Form kann es aufgrund der Einengung der oberen Atemwege durch die geschwollenen Lymphknoten zu Atemnot bis hin zur Erstickung kommen. Weiterhin kann es zu einer Streuung der Bakterien in die Lymphknoten der Brust- und Bauchhöhle kommen, was als so genannte „verschleppte oder Bastard-Druse“ bekannt ist. Eine Abszedierung der Lymphknoten in den genannten Körperhöhlen hat aufgrund der schweren Zugänglichkeit und einer oft starken Beeinträchtigung der betroffenen Organe (Darmverklebung, Nierenversagen, Lungenentzündung, etc.) eine sehr schlechte Prognose. Die klinischen Symptome variieren dabei je nach Lokalisation der betroffenen Lymphknoten (Apathie, Mattigkeit, Husten, milde bis starke Kolik, etc.).

Problematisch ist, dass an Druse erkrankte Tiere schon Bakterien ausscheiden, ehe klare klinische Symptome, wie zum Beispiel Abszesse, zu erheben sind. Schon 1 bis 2 Tage nach Beginn des Fiebers kann eine Ausscheidung stattfinden.

Behandlung
Die Behandlung der Druse bleibt ein umstrittenes Thema. Der allgemeine Konsens ist, dass eine antibiotische Behandlung meist nicht gerechtfertigt ist, vor allem nicht, wenn das Tier klinisch nicht schwer krank ist und die Atemwege nicht gefährlich eingeengt sind.
In frühen Stadien, wenn es noch nicht zu einer Abszedierung der Lymphknoten gekommen ist, kann eine aggressive antibiotische Therapie mit Penicillin für mindestens 7 bis 10 Tage der Infektion entgegenwirken. Diese Tiere entwickeln dann allerdings keine Immunität. Bereits bestehende Abszesse können aufgrund der Abszesskapsel durch das Antibiotikum nicht mehr erreicht werden.
Bei Komplikationen, wie zum Beispiel anhaltendem Fieber trotz bereits stattgefundenem Aufbrechen der Kopflymphknoten oder dem Petechialfieber, einer Gefäßwandschädigung aufgrund einer hohen Anzahl von im Blut zirkulierenden Immunkomplexen, kann eine antibiotische Therapie indiziert sein.

Do‘s und Don’ts

  • Kein „Nase zu Nase“- Kontakte mit fremden Pferden
  • Nur eigene Tränker und Futterutensilien benutzen
  • Hygiene-Disziplin bei allen Aktionen im Stall und am Hof
  • Bei Druse-Verdacht Tierärztin/Tierarzt verständigen und Maßnahmen absprechen
  • Druse-erkrankte Pferde und ihre Kontakt-Tiere von den noch gesunden Pferden isolieren
  • Bei gesunden Tieren täglich Fieber messen, bei Auftreten von Fieber ebenfalls isolieren und weitere Behandlung mit Tierärztin/Tierarzt absprechen
  • Isolierte Pferde mindestens 10 Meter von den übrigen Pferden entfernt halten
  • Kein Zutritt zum Stall für betriebsfremde Personen
  • Erst gesunde Pferde verpflegen, dann die kranken Tiere
  • Nach Verpflegung der kranken Tieren immer umziehen, Schuhwerk wechseln, bzw. Überzieher verwenden und Hände waschen und desinfizieren
  • Keine Hunde und andere Tiere im Druse-Stall
  • Vor Stallwechsel Testung der Tiere aus Druse-Bestand

(Quelle: vetmeduni)